Warum sich unser Körper mit 50 anders erholt als mit 30

Älteres Paar beim Joggen als Symbol für Regeneration, Zellenergie und gesundes Altern.

Lesezeit: 11 Minuten

iüLabs – Kurz erklärt

Warum regeneriert unser Körper mit zunehmendem Alter langsamer?

Viele Menschen bemerken mit zunehmendem Alter, dass beispielsweise ein Muskelkater viel länger anhält als früher, kleine Verletzungen langsamer heilen oder sie nach körperlicher und mentaler Belastung deutlich mehr Zeit brauchen, um sich wieder vollständig fit zu fühlen. Tatsächlich verändern sich im Laufe des Lebens verschiedene biologische Prozesse, die maßgeblich an Regenerationsprozessen beteiligt sind. Gleichzeitig zeigt aber auch die aktuelle Forschung: Altern muss nicht automatisch mit einer schlechteren Regenerationsfähigkeit einhergehen. Vieles lässt sich auch im höheren Alter positiv beeinflussen.

  • Regeneration ist ein sehr aktiver biologischer Reparaturprozess und keine reine Ruhephase für unsere Körper.
  • Mit zunehmendem Alter verändern sich unter anderem Muskelstoffwechsel, Zellenergie und Entzündungsregulation.
  • Körperliche Aktivität bleibt einer der wichtigsten Reize, um diese Systeme auch im Alter leistungsfähig zu halten.
  • Healthy Ageing bedeutet nicht, Belastungen zu vermeiden, sondern sich möglichst gut von ihnen zu erholen.

Übersicht

  1. Warum sich unser Körper plötzlich anders anfühlt
  2. Was Regeneration eigentlich bedeutet
  3. Warum sich Regeneration mit zunehmendem Alter verändert
  4. Muskelregeneration: Warum derselbe Trainingsreiz heute anders wirkt
  5. Welche Rolle Mitochondrien und Zellenergie spielen
  6. Entzündungen: Warum die Balance entscheidend ist
  7. Was wir selbst beeinflussen können
  8. FAQ
  9. Fazit

Warum sich unser Körper plötzlich anders anfühlt

Dass sich unser Körper mit zunehmendem Alter verändert, lässt sich – zumindest bisher – nicht aufhalten. Altern gehört zum Leben dazu. Doch wie und wie schnell wir diese Veränderungen bemerken, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Oft sind es zunächst die kleinen Dinge im Alltag, an denen wir sie wahrnehmen.

Früher hast Du samstags beim Umzug geholfen, hast zwei Tage durchgefeiert oder bist spontan zehn Kilometer laufen gegangen – und am Montag war alles wieder wie immer. Heute spürst Du dieselbe Belastung manchmal noch zwei oder drei Tage später. Oder Du schneidest Dich beim Kochen leicht in den Finger und bemerkst, dass die kleine Wunde viel länger braucht, bis sie vollständig verheilt ist.

Viele Menschen schreiben solche Veränderungen einfach dem Älterwerden zu und es ist auch gut dies so zu sehen. Was viele allerdings nicht wissen, dass im Alter unser Körper seine Fähigkeit zur Regeneration zwangsweise verliert. Vielmehr verändern sich die Voraussetzungen, unter denen diese Reparaturprozesse ablaufen. Dahinter stecken eine Vielzahl biologischer Prozesse, die sich im Laufe unseres Lebens verändern.

Aktives älteres Paar beim Radfahren – Bewegung unterstützt gesundes Altern

Um diese besser zu verstehen, müssen wir zunächst einmal klären, was Regeneration biologisch überhaupt bedeutet.

Was Regeneration eigentlich bedeutet

Viele denken bei Regeneration zunächst an Ruhe und nichts tun. Beispielsweise schlafen, auf dem Sofa liegen oder einen Tag keinen Sport machen oder größere Aktivität unternehmen. Was von außen als nach Stillstand und Erholung aussieht, ist im Inneren unserer Zellen das komplette Gegenteil. Tatsächlich arbeitet unser Körper während dieser Zeit auf Hochtouren.

Denn nach jeder Belastung beginnt ein komplexes zelluläres Reparaturprogramm. Dabei werden beschädigte Muskelproteine ersetzt, Immunzellen koordinieren Heilungsprozesse, neue Zellbestandteile werden aufgebaut und zahlreiche Stoffwechselprozesse sorgen dafür, dass das Gewebe wieder seine ursprüngliche Funktion erreicht bzw. noch besser für einen darauffolgenden Reiz vorbereitet ist.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Prinzip der Superkompensation aus der Trainingslehre: Nach einer Belastung versucht der Körper nicht nur, seinen vorherigen Zustand wiederherzustellen. Unter passenden Bedingungen kann er seine Leistungsreserven vorübergehend über das ursprüngliche Niveau hinaus aufbauen. Vereinfacht gesagt: Der Körper repariert nicht nur – er passt sich an. So entsteht der Trainingseffekt.

Regeneration bedeutet für unseren Körper deshalb nicht einfach Erholung, sondern aktive biologische Arbeit. Für all diese Prozesse benötigt unser Körper Energie, Baustoffe und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Zelltypen.

Kurz erklärt

Regeneration beschreibt alle biologischen Prozesse, mit denen unser Körper nach einer Belastung beschädigte Strukturen repariert, neue Zellbestandteile aufbaut und sich an zukünftige Herausforderungen anpasst.

Dabei geht es nicht immer nur um Muskeln. Auch Haut, Knochen, Nervensystem und Immunsystem müssen sich nach Belastungen immer wieder erneuern und anpassen. Je besser diese Prozesse funktionieren, desto schneller erreichen wir wieder unser ursprüngliches Leistungsniveau.

Warum sich Regeneration mit zunehmendem Alter verändert

Dass sich unser Körper im Laufe des Lebens verändert, ist völlig normal und holt früher oder später jeden von uns ein. Und warum diese Veränderungen die eine Person früher einholen und andere erst später liegt auch daran, dass für unsere Regenerationsfähigkeit nicht ein einzelner Mechanismus verantwortlich ist. Vielmehr greifen zahlreiche biologische Prozesse ineinander, die sich mit zunehmendem Alter verändern.

Muskelzellen reagieren teilweise anders auf Trainingsreize, Mitochondrien können unter bestimmten Bedingungen weniger effizient arbeiten, Entzündungsprozesse länger bestehen bleiben und auch die Kommunikation zwischen verschiedenen Zelltypen verändert sich im Laufe des Lebens. Keine dieser Veränderungen allein erklärt jedoch, warum die Regeneration mit zunehmendem Alter häufig deutlich mehr Zeit benötigt. In ihrer Summe können sie jedoch dazu führen, dass Reparatur- und Anpassungsprozesse langsamer ablaufen.

Dabei ist das Alter auf dem Papier nur ein Teil der Geschichte. Auch unser Lebensstil beeinflusst, wie gut unser Körper mit Belastungen umgehen und sich anschließend regenerieren kann. Bewegung, Schlaf, Ernährung und weitere Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle. So kann ein körperlich aktiver 65-Jähriger in bestimmten Bereichen biologisch deutlich besser aufgestellt sein als ein wesentlich jüngerer Mensch mit wenig Bewegung und ungünstigen Lebensgewohnheiten. Genau deshalb unterscheiden Forschende zunehmend zwischen dem kalendarischen Alter – also den Jahren seit unserer Geburt – und dem biologischen Alter, das beschreibt, wie „alt“ unser Körper auf funktioneller und zellulärer Ebene tatsächlich ist.

Nicht nur das Alter zählt

  • regelmäßige Bewegung
  • Muskelmasse
  • Schlafqualität
  • Ernährung
  • chronische Erkrankungen
  • Stressbelastung

All diese Faktoren beeinflussen unsere Regenerationsfähigkeit zusätzlich.

In unserem Grundlagenartikel zum biologischen Altern erklären wir ausführlich, warum sich unsere Zellen im Laufe des Lebens verändern. Für die Regeneration sind dabei insbesondere drei Mechanismen entscheidend.

Muskelregeneration: Warum derselbe Trainingsreiz heute anders wirkt

Wer regelmäßig Sport treibt, kennt das Prinzip besten: Erst die Belastung, dann die Anpassung. Ein Muskel wird nicht während des Trainings stärker, sondern der Effekt entsteht in der Erholungsphase danach. Genau dann nämlich beginnt der Körper, beschädigte Muskelproteine zu ersetzen, neue Strukturen aufzubauen und sich auf zukünftige Belastungen vorzubereiten.

Mit zunehmendem Alter verändert sich diese Anpassungsfähigkeit jedoch leicht. Forschende sprechen dabei von einer anabolen Resistenz. Gemeint ist, dass Muskeln auf Trainingsreize oder die Aufnahme von Eiweiß teilweise weniger empfindlich reagieren als noch in jungen Jahren. Das bedeutet allerdings nicht, dass Muskeln im Alter nicht mehr wachsen oder sich nicht mehr erholen können. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass Krafttraining auch im höheren Lebensalter Muskelmasse und Muskelkraft deutlich verbessern kann. Häufig benötigt der Körper lediglich etwas stärkere oder regelmäßigere Trainingsreize. Und gerade im höheren Alter lohnt es sich, die eigene Muskulatur aktiv zu erhalten. Denn Muskelmasse bedeutet weit mehr als reine Kraft. Sie unterstützt unsere Stabilität und Beweglichkeit, erleichtert alltägliche Aufgaben und trägt dazu bei, möglichst lange körperlich selbstständig zu bleiben. Gleichzeitig ist das Muskelgewebe ein stoffwechselaktives Organ und spielt unter anderem eine wichtige Rolle für den Glukosestoffwechsel. Unsere Muskulatur ist damit eine Art körperliche Reserve, von der wir gerade mit zunehmendem Alter sehr stark profitieren.

Älterer Mann beim Krafttraining zur Unterstützung von Muskelkraft und Mobilität

Die gute Nachricht

Unsere Muskulatur bleibt bis ins hohe Alter anpassungsfähig. Regelmäßiges Krafttraining gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, um Muskelmasse, Kraft und körperliche Selbstständigkeit langfristig zu erhalten.

Interessant ist außerdem, dass viele Menschen berichten, dass Muskelkater im Alter deutlich länger anhält. Die wissenschaftliche Datenlage ist hier jedoch weniger eindeutig, als häufig angenommen wird. Neben dem Alter spielen Trainingszustand, Belastungsintensität, Schlaf, Ernährung und allgemeine Fitness ebenfalls eine wichtige Rolle.

Mitochondrien: Die Energieversorgung jeder Reparatur

Jede Reparatur kostet molekulare Energie. Neue Proteine entstehen nicht einfach von selbst. Immunzellen müssen aktiviert werden und verbrauchen dann Energie, um ihre Aufgaben zuverlässig zu erledigen, beschädigte Zellbestandteile müssen abgebaut und ersetzt werden und zahlreiche Stoffwechselprozesse laufen gleichzeitig ab. Für all diese Vorgänge benötigt unser Körper Energie – vor allem in Form von ATP (Adenosintriphosphat), dem wichtigsten unmittelbar verfügbaren Energieträger unserer Zellen.

Ein Großteil dieses ATPs wird in den Mitochondrien produziert. Deshalb spielen die oft als „Kraftwerke der Zellen“ bezeichneten Strukturen nicht nur für unsere körperliche und mentale Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle, sondern auch für Reparatur- und Regenerationsprozesse.

Mit zunehmendem Alter können sich jedoch auch unsere Mitochondrien verändern und langsam aber stetig an Kapazität verlieren. Unter anderem kann ihre Anzahl weniger werden, ihre Funktion weniger werden und die Fähigkeit der Zellen, beschädigte Mitochondrien zu erneuern oder auszusortieren, negativ beeinflusst werden. Gleichzeitig können oxidativer Stress und andere zelluläre Belastungen wie beispielsweise eine niedriggradige chronische Inflammation (low-grade inflammation) negative Effekte auf unsere Mitochondrien ausüben. Das macht die mitochondriale Gesundheit zu einem wichtigen Teil des Alterungsprozesses. Damit unser Körper reparieren, erneuern und sich an Belastungen anpassen kann, muss er die dafür notwendige Energie bereitstellen können. Daher ist Regeneration nicht nur eine Frage von ausreichend Ruhe und zellulären Baustoffen, sondern immer auch eine Frage der zellulären Energieversorgung.

Einfach erklärt

Man kann sich Mitochondrien wie kleine Kraftwerke vorstellen. Je mehr Energie sie bereitstellen können, desto besser lassen sich energieaufwendige Prozesse wie Muskelaufbau, Zellreparatur oder Immunreaktionen unterstützen.

Mit zunehmendem Alter können sich die Struktur und Funktion der Mitochondrien verändern. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass ein Teil dieser Veränderungen eng mit unserer körperlichen Aktivität zusammenhängt. Menschen, die regelmäßig Ausdauer- oder Krafttraining betreiben, weisen häufig eine bessere mitochondriale Funktion auf als gleichaltrige, körperlich inaktive Personen. Struktur und Funktion sind also nicht wahllos den negativen Beeinflussungen des Alters ausgesetzt, sondern können gezielt unterstützt und gestärkt werden. Das macht Bewegung zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf unsere Zellenergie. Unsere Mitochondrien reagieren nämlich besonders stark auf physische Belastung. Werden sie regelmäßig (in einem gesunden Ausmaß) gefordert, passen sie sich an und können ihre Leistungsfähigkeit verbessern.

Wenn Dich dieses Thema interessiert, empfehlen wir unseren Grundlagenartikel über ATP und Mitochondrien.

Abstrakte Darstellung zellulärer Strukturen als Symbol für Regeneration und Alterungsprozesse

Entzündungen: Warum die richtige Balance entscheidend ist

Entzündungen werden häufig ausschließlich negativ betrachtet. Tatsächlich sind sie jedoch ein wichtiger Bestandteil unserer körpereigenen Reparaturprozesse. Nach einem intensiven Training oder einer Verletzung entsteht zunächst eine gezielte Entzündungsreaktion. Immunzellen werden aktiviert, beschädigte Strukturen erkannt und verschiedene Signalstoffe freigesetzt, die weitere Reparaturprozesse koordinieren. Eine vorübergehende Entzündung ist damit nicht das Problem – sie ist Teil der Lösung. Entscheidend ist jedoch, dass diese Reaktion anschließend wieder kontrolliert abklingt und der Körper in seinen Ausgangszustand zurückkehrt. Genau diese Balance zwischen Aktivierung und Regulation kann sich mit zunehmendem Alter verschieben.

Inflammaging

Forschende bezeichnen die im Alter häufig beobachtete chronische, niedriggradige Entzündungsaktivität als Inflammaging – eine Kombination aus „Inflammation“ und „Aging“, also Entzündung und Alterung. Sie gilt heute als ein wichtiger Faktor, der biologische Alterungsprozesse negativ beeinflussen kann. Inflammaging bedeutet dabei nicht, dass ältere Menschen ständig eine klassische Entzündung haben. Vielmehr läuft sich das Immunsystem gewissermaßen in einer leicht erhöhten Grundaktivität, und das kontinuierlich über einen längeren Zeitraum. Das wiederum kann verschiedene biologische Systeme negativ beeinflussen – darunter den Muskelstoffwechsel, die Stoffwechselgesundheit und Prozesse, die an Reparatur und Regeneration beteiligt sind.

Auch hier zeigt sich, wie eng die verschiedenen Mechanismen miteinander verbunden sind. Bewegung trainiert nicht nur unsere Muskeln und Mitochondrien, sondern beeinflusst gleichzeitig zahlreiche Stoffwechsel-, Immun- und Entzündungsprozesse im gesamten Körper. Für eine gute Regeneration kommt es deshalb nicht darauf an, Entzündungen grundsätzlich zu vermeiden. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit des Körpers, sie zum richtigen Zeitpunkt zu aktivieren – und anschließend wieder zu regulieren. Und Bewegung kann bei dieser Regulation helfen.

Inflammaging

Forschende bezeichnen eine chronisch leicht erhöhte Entzündungsaktivität im höheren Alter als Inflammaging. Sie gilt heute als einer der Faktoren, die verschiedene Alterungsprozesse negativ beeinflussen können.

Was bedeutet das für unseren Alltag?

Die gute Nachricht vorweg - wie fit wir uns im höheren Alter fühlen und wie gut unsere Regenerationskraft ist, ist nicht allein durch unser Geburtsdatum vorgegeben. Viele Faktoren, die unsere Muskeln, Mitochondrien und andere Regenerationsprozesse beeinflussen, können wir durch unseren Lebensstil maßgeblich mitgestalten.

1. Regelmäßige Bewegung statt Schonung

Unser Körper erhält seine Anpassungsfähigkeit nicht dadurch, dass wir Belastungen vollständig vermeiden. Ganz im Gegenteil - wer sich regelmäßig bewegt setzt genau jene Reize, auf die Muskeln, Herz-Kreislauf-System und Mitochondrien mit Anpassung reagieren können. Es muss auch nicht immer intensiver Sport sein. Entscheidend ist vor allem, Bewegung regelmäßig in den Alltag zu integrieren und den Körper immer wieder angemessen zu fordern.

2. Krafttraining wird mit dem Alter immer wichtiger

Muskelmasse bedeutet weit mehr als reine Kraft. Sie unterstützt unsere Mobilität und Stabilität, spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und hilft uns dabei, alltägliche Aufgaben möglichst lange selbstständig bewältigen zu können. Regelmäßiges Krafttraining setzt gezielte Reize, um die Muskulatur und Kraft auch mit zunehmendem Alter zu erhalten und aufzubauen. Dabei sind nicht zwangsläufig schwere Gewichte notwendig – entscheidend ist, dass die Muskulatur regelmäßig ausreichend gefordert wird.

Älteres Paar beim Krafttraining mit Kettlebells für Kraft und körperliche Fitness

3. Schlaf ist aktive Regeneration

Schlaf ist keineswegs eine passive Phase wie manche glauben. Während wir schlafen, laufen zahlreiche Stoffwechsel-, Reparatur- und Regulationsprozesse ab. Gleichzeitig verarbeitet das Gehirn Informationen und das Immunsystem wird reguliert. Ausreichender und erholsamer Schlaf schafft damit wichtige Voraussetzungen dafür, dass der Körper auf die Belastungen des Tages reagieren kann.

4. Eine ausgewogene Ernährung liefert die Bausteine

Reparaturprozesse benötigen nicht nur Zeit, sondern auch Baumaterial und Energie. Für den Aufbau neuer Proteine und Zellbestandteile braucht unser Körper unter anderem ausreichend Eiweiß, für die Energiebereitstellung vorwiegend Kohlenhydrate sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Gerade in Kombination mit regelmäßiger Bewegung wird deshalb eine ausgewogene und proteinreiche Ernährung mit zunehmendem Alter besonders wichtig.

Auswahl pflanzlicher Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung im Rahmen des Healthy Ageing

Healthy Ageing bedeutet nicht, Belastungen zu vermeiden

Gesundes Altern bedeutet nicht, unseren Körper möglichst wenig zu belasten. Es bedeutet, seine Fähigkeit zu erhalten, angemessen auf Belastungen zu reagieren, sich davon zu erholen und sich an neue Herausforderungen anzupassen. Unsere Regenerationsfähigkeit kann sich mit den Jahren verändern. Doch unser Körper bleibt anpassungsfähig. Bewegung, Krafttraining, Schlaf und Ernährung schaffen die Voraussetzungen dafür, diese Anpassungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Denn am Ende geht es beim Healthy Ageing nicht darum, das Altern aufzuhalten – sondern darum, möglichst lange belastbar, anpassungsfähig und selbstständig zu bleiben.

Fazit: Regeneration verändert sich – aber sie bleibt trainierbar

Dass sich unser Körper mit zunehmendem Alter verändert, können wir nicht gänzlich verhindern. Wie schnell wir diese Veränderungen bemerken und wie gut unser Körper weiterhin mit Belastungen umgehen kann, ist jedoch keineswegs nur eine Frage unseres Geburtsdatums oder unserer Gene.

Unsere Muskeln, Mitochondrien, unser Energiestoffwechsel und unser Immunsystem bleiben auch im höheren Alter erstaunlich anpassungsfähig. Sie reagieren auf die Reize, die wir ihnen geben – durch Bewegung und Krafttraining ebenso wie auf die Voraussetzungen, die wir durch Schlaf, Erholung und Ernährung schaffen.

Genau darin liegt eine der wichtigsten Botschaften des Healthy Ageing: Wir können das Altern nicht aufhalten, aber wir können unserem Körper dabei helfen, möglichst lange anpassungsfähig zu bleiben. Denn eine gute Regeneration bedeutet nicht, jede Belastung zu vermeiden. Sie bedeutet, dass unser Körper nach einer Herausforderung wieder ins Gleichgewicht findet, Schäden repariert und sich auf die nächste Belastung vorbereitet. Vielleicht ist deshalb nicht entscheidend, wie schnell wir altern – sondern wie lange unser Körper die Fähigkeit behält, sich anzupassen.

Eine starke Basis für jeden Tag

Gesund altern beginnt mit den täglichen Routinen

Healthy Ageing entscheidet sich nicht an einem einzelnen Faktor. Bewegung, Krafttraining, erholsamer Schlaf und eine ausgewogene Ernährung schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass unser Körper auch mit zunehmendem Alter leistungs- und anpassungsfähig bleibt.

Dazu gehört auch eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen. Denn verschiedene Vitamine und Mineralstoffe tragen unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.

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FAQ: Regeneration im Alter

Ist eine langsamere Regeneration im Alter normal?

Ja. Mit zunehmendem Alter verändern sich verschiedene biologische Prozesse, die an Regeneration beteiligt sind. Wie stark dies spürbar wird, hängt jedoch unter anderem von Bewegung, Muskelmasse, Schlaf, Ernährung und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Warum dauert Muskelkater im Alter oft länger?

Viele Menschen berichten davon. Neben altersbedingten Veränderungen spielen jedoch auch Trainingszustand, Intensität der Belastung und die individuelle Fitness eine wichtige Rolle.

Kann man die Regenerationsfähigkeit verbessern?

Regelmäßige Bewegung, insbesondere Krafttraining, ausreichend Schlaf sowie eine ausgewogene Ernährung können wichtige Voraussetzungen für eine gute Regeneration schaffen und die körperliche Leistungsfähigkeit langfristig unterstützen.

Welche Rolle spielen Mitochondrien?

Mitochondrien versorgen unsere Zellen mit Energie. Da Reparatur- und Anpassungsprozesse energieintensiv sind, kommt ihnen auch bei der Regeneration eine wichtige Bedeutung zu.

Bedeutet langsame Regeneration automatisch krank zu sein?

Nein. Eine langsamere Erholung gehört teilweise zum normalen Alterungsprozess. Halten Beschwerden jedoch ungewöhnlich lange an oder treten weitere Symptome auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden oder gesundheitlichen Fragen wende Dich bitte an Deine Ärztin, Deinen Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

Referenzen

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Justice JN, Ferrucci L, Newman AB, et al. A framework for selection of blood-based biomarkers for geroscience-guided clinical trials: Report from the TAME Biomarkers Workgroup. Geroscience.

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López-Otín C, Blasco MA, Partridge L, Serrano M, Kroemer G. Hallmarks of Aging: An Expanding Universe. Cell. 2023.


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